Heute am Amerikanischen Unabhängigkeitstag ging es früh los. Wir sind zuerst von Palm Springs einige Km. zurückgefahren, um den grossen Windpark anzuschauen. Also wenn man die Anzahl Windgeneratoren anschaut die das ganze Landschaftsbild verunstalten, dann kann man verstehen, dass es Leute gibt, die für die Kernenergie einstehen. Die Amis verschwenden Energie, dass glaubt man fast nicht, wenn man es nicht selber sieht! Überall Lichter, laufende Motoren und Klimaanlagen auf Hochbetrieb justiert in jedem der zig-tausenden Hotelzimmern.
Der Joshua Tree Nationalpark befindet sich in der südlichen Wüste von Kalifornien, 230 Kilometer östlich von Los Angeles und knapp 90 Kilometer nordöstlich von Palm Springs. Jährlich besuchen über 1,9 Millionen Menschen diesen einzigartigen Wüstenpark mit seinen rundgeschliffenen Felsen, Kakteengärten und Palmenoasen. Der Park umfasst 2.250 Quadratkilometer, von denen mehr als 90% als Wildnis klassifiziert sind. Er beinhaltet zwei getrennte Wüstenökosysteme auf verschiedenen Höhenlagen: die hochgelegene Mojave Wüste (bis 1.700 Meter) und die niedrigere Colorado Wüste (ab 300 Meter), ein Teil der Sonora Wüste. Der Name des Parks leitet sich von dem das Parkbild prägenden Baum, dem Joshua Tree (Josua-Palmlilie oder Josuabaum), ab, der überwiegend innerhalb seiner Grenzen wächst.
Es handelt sich dabei um eine hochwachsende Pflanzenart aus der Gattung Yucca in der Familie der Agavengewächse. Diese wurde erstmals 1844 vom Forscher John C. Fremont entdeckt, der in ihm den „hässlichsten Baum im ganzen Pflanzenreich“ sah.
Der Name Joshua Tree wurde später von einer Gruppe Mormonen vergeben, die die Mojave-Wüste 1850 durchquerten. Die einzigartige Gestalt des Baumes mit seinen dünnen, nach oben gerichteten Ästen erinnerte sie an die biblische Geschichte, in der im Buch Josua geschrieben steht: „Du sollst dem Weg folgen, der dir von den Bäumen gewiesen wird“.
Oasis Visitor Center, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien zoom
Blühende Wüstenvegetation und die typischen Granitfelsen prägen den nördlichen Park (500kb).
Cholla Cactus Garden, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien zoom
Der Süden ist anders: Kakteen im Cholla Cactus Garden (413kb).
Parkeingang, Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien zoom
Typische Szene für das Wonderland of Rocks am Jumbo Rocks Campground (337kb).
Die Existenz verdankt der Joshua Tree Nationalpark der ambitionierten Minerva Hamilton Hoyt, einer Bürgerin aus Pasadena, die in den 1920ern eine Kampagne zum Schutz der Region ins Leben rief. Nach vielen Jahren bürokratischen Kampfes wurde das Gebiet am 10. August 1936 schließlich von Präsident Franklin D. Roosevelt zum National Monument erklärt. 1984 wurde es ein Biosphere Reserve und schließlich mit der Verabschiedung des California Desert Protection Act 1994 zum Nationalpark.
Der Joshua Tree Nationalpark (damals noch ein National Monument) wurde 1987 einer breiten Öffentlichkeit bekannt, als die Rockgruppe U2 das Erfolgsalbum „The Joshua Tree“ veröffentlichte, dessen Cover eine sinnträchtige Schwarzweißfotografie der Landschaft des Parks und der kennzeichnenden Bäume zeigt.
Zwei Wüsten und zwei große Ökosysteme, deren Eigenschaften sich in erster Linie durch die Höhenlage definieren, vereinen sich im Joshua Tree Nationalpark. Unterhalb 914 Meter gelegen umfasst die Colorado Wüste, ein Teil der Sonora Wüste, den Ostteil des Parks und zeigt natürliche Gärten des Kreosot-Strauches, Ocotillo und Cholla Kaktus, Opuntien und Perückensträuchern. Die höhere, feuchtere und ein bisschen kühlere Mojave-Wüste ist das spezielle Habitat des Joshua Trees, der auch nur in der Nordwestecke des Parks zu finden ist. Er bildet mit seinen skurrilen und verwachsenen Ästen einen perfekten Kontrast zu den zahlreichen in der Landschaft verteilten, rundgeschliffenen Granitfelsen. Doch wie sind diese entstanden?
Joshua Tree Nationalpark, Kalifornien zoom
Ein Ocotillo im südlichen Park (344kb).
Geologen gehen davon aus, dass die heutige Gestalt des Parks sich schon vor rund 100 Millionen Jahren entwickelte. Flüssige Magma drängte seinerzeit aus der unter dem Park verlaufenden Pinto-Mountain Verwerfung nach oben und kühlte rund 24 Kilometer unterhalb der Erdoberfläche ab. Diese Einschlüsse aus Tiefengestein bestehen aus Monzogranit. Horizontale und vertikale Risse entstanden durch zahlreiche Erdbeben in den folgenden Jahrmillionen, aber auch durch Erosion der über ihnen gelagerten, 1,6 Milliarden Jahre alten Erdschicht aus Gneiss. Das Eindringen von Wasser in diesen Rissen führte zur allmählichen Umwandlung der kleineren Gesteinsbrocken in Sand und Lehm, welche wiederum die kantigen Granitfelsen zunehmend in ihre jetzige rundliche Form schliffen. Dies geschah alles noch unter der Erdoberfläche. Erst als arides Klima einsetzte und Flash Floods die Lehmschicht wegwusch traten die Felsen an die Erdoberfläche und lagerten sich aufeinander ab.
Zusätzlich zu Baumwäldern von Joshua Trees schließt der Westteil des Parks auch einige der interessantesten geologischen Formationen der kalifornischen Wüsten ein. Fünf Oasen mit Washington-Palmen (fan palms) sind über den Park verteilt und zeigen jene wenigen Gebiete an, wo Wasser natürlich vorkommt und die Tierwelt im Überfluss vorhanden ist.








